Vorchristliches Relief von Angra Mainyu. Ahriman ist die Bezeichnung in der Avesta – dem heiligen Buch der auf den persischen Religionsstifter Zarathustra zurückgehenden Religion des Zoroastrismus – für den einen der zwei Doppelgeister, die von Ahura Mazda, dem Sonnengott, verursacht wird. Eine persische Variante des Namens war Angra Mainyu. Quelle:
looklex.com
M
ichael Eggert erörtert in einem Blog
Mein iPhone und ein Dämon einen möglichen Zusammenhang zwischen den letzten Errungenschaften der Informationstechnik und den Widersachern des Menschen hinweisend auf Äußerungen von Rudolf Steiner über die ferne Zukunft. Einige Fragestellungen, die dort im Kommentarbereich gestellt wurden, möchte ich gesondert berühren, um einpaar Aspekte dieser anthroposophischen Perspektive näher zu betrachten, insofern es heute schon Aktualität haben könnte.
In der altpersischen Religion heißt der König der Finsternis Ahriman (pers. ‚böser Geist’). Er ist der böse Grundsatz, der allem Guten zuwider läuft und mit diesem stets im Kampf liegt. In der Anthroposophie stellt Ahriman dar das Wesen der Verhärtung, der Täuschung, der Herr der Materie und des Toten, der dem Menschen sein Karma verhüllen will, um seine geistigen Zukunftskeime für sich zu gewinnen.
Ahriman ‚saugt’ am Ätherleib des Menschen. Er ist ein retardierter, so genannter Erzengel, der von der normalen Evolution der gottestreuen Hierarchien ‚abgefallen’ ist. Seine mit Luzifer zusammenhängenden Wirksamkeiten geben aber dem Menschen die Möglichkeit, durch Erkenntnis ihrer bösen Wirkungen die Freiheit zu erlangen. Ahrimanische Wesen finden sich in verschiedenen Ordnungen und Stufen unter Naturwesen und Doppelgängern bis hin zu den Engeln. Sie haben Ahriman als eine kollektive Führerwesenheit gefunden. Ahriman entspricht dem biblischen Satan und ist im esoterischen Christentum ein Antipode des göttlichen Sohnes. Wie einst Luzifer und Christus in Menschenleibern inkarniert waren, wird auch Ahriman irgendwann in der Zukunft sich inkarnieren, laut Aussagen von Rudolf Steiner.*
Er nennt die geistige Versammlung um Ahriman die
Ahriman-Schule, die als Gegeneinrichtung zur geistigen
Michael-Schule gebildet wurde. Seit dem Anbruch der Neuzeit ist die Aktivität aus dieser geistigen Bastion stark angestiegen, so dass nicht nur geistige Wesen, sondern auch Menschenseelen sich dem Ahriman angeschlossen haben. Die Wirksamkeit des Ahrimans hat sich über, um und in der Erde verbreitet. Es kann als negative Ausstrahlungsorte geomantisch festgestellt werden, wo sie sich quasi geographisch in Ballungen fokussiert haben.
Weil Ahriman normalerweise mit Aweck schafft, einen Einblick ins Karma bei uns allen mächtig zu verhüllen, um seine geistigen Zukunftskeime für sich zu gewinnen – Zukunftskeime, die er schon schnellstens auch zu umsetzen versucht –, verpassen wir meistens zu erkennen, wie es ihm gelingt, uns von den karmischen Aufgaben abzuhalten. Die Problematik dieser Verwirklichung, in der wir schon seit mehreren Inkarnationen maßgebend leben und komplett verstrickt sind, ist nur zu verstehen, sofern wir uns mit dem Karmathema beschäftigen. Etwas dagegen zu tun oder sich auf Augenhöhe mit Ahriman zu stellen, ohne von ihm verblendet zu werden, kann man meines Erachtens nur, indem man etwas von seinem eigenen Karma erkennt, das Ahriman quasi hinter seinem Rücken uns vorenthält. In kommenden Blogs werde ich die Methodik des
Sich-Annäherns an Ahriman beschreiben, das heißt, wie man sich geschützt in die Ahriman-Schule begeben kann, ohne dort eingeschrieben zu sein – die Benutzung eines iPhones ist schon lange noch nicht ausreichend, um ein ‚Visum’ zu Ahrimans Reich zu besitzen.
* Rudolf Steiner,
Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis, GA191, Dornach 1980, Seite 187ff.
Ders.,
Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft, Dornach 1977, GA 193, Seite 166.
Ders.,
Weltsilvester und Neujahrsgedanken, GA 195, Dornach 1962, Seite 54.
Freelancer - 6. Jul, 18:00