Forschung

5
Mai
2011

Ich und die Welt

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Denkübungen zum Ich-Sinn beim Lesen ein paar Vorträge Rudolf Steiners und eines Aufsatzes von Martin Errenst

Jeder von uns hat die allgemein akzeptierten fünf Sinne und laut der Anthroposophie von Rudolf Steiner noch sieben weitere Sinne dazu. Einen von diesen 12 Sinnen nennt er den Ich-Sinn, der aber nicht geeignet ist, um das eigene Ich sondern das Ich eines anderen Menschen zu sinnen oder wahrzunehmen. Steiner formulierte einmal, dass wir lernen sollten, zwischen dem Ich-Sinn, durch welchen also das Ich des anderen wahrgenommen wird, und dem Wahrnehmen des eigenen Ich zu unterscheiden. (1) Was ich durch meinen Ich-Sinn vom Ich der anderen entdecken kann, gehörte laut Steiner als Keimanlage zum 12-Klang der gesamten Sinnesanlagen, die während des sogenannten alten Saturn-Zustands der geistig-kosmischen Erdenentwicklung von höheren Hierarchien in die geistige Vorform des physischen Leibes eingepflanzt wurden.

In Bezug auf unser eigenes Wesen sind wir mit unserem Ich in Verhältnis zur ganzen kosmischen Entwicklung jedoch relativ jung, da das individuelle Ich überhaupt erst während der physischen Erdentwickelung und zwar in der Zeit des Atlantis uns übergegeben wurde. Dieses mich selbst innerlich beseelendes Ich ist also nicht das gleiche wie der Ich-Sinn, mit dem ich auf die Welt der anderen menschlichen Ich-Wesen hinschaue, um Eindrücke von ihren Innenwelten zu bekommen. Steiner erklärt, dass das Wahrnehmen des Ich eines anderen einem Erkenntnisvorgang entspreche, einem Geschehen, der ähnlich der Erkenntnis sei. Das sich Hineinleben in der eigenen Seele, das Erleben des eigenen Ich sei dagegen ein Willensvorgang. (2)

Um das eigene Gefühlsleben zu untersuchen, wenn ich z. B. durch die sogenannten anthroposophischen Nebenübungen meine Gefühle läutern möchte, kann ich sie nur durch eine starke Willenstätigkeit angehen. Der willentliche Ausdauer ist ebenfalls nötig, um über das Denken zu denken, weil das Denken dann als Willenstätigkeit entdeckt werden kann und nicht nur wie vom selbst als ein Fließband für Gedankeninnhalte tagträumend läuft. Die vollständige wahrnehmende Zuwendung zum anderen Menschen kann zur Berücksichtigung des anderen Ich durch das lebendige Denken führen. Steiner führte diesen Gedanken in seiner Vortragsreihe Das Rätsel des Menschen (1916) näher aus:

„Und ein noch intimeres Verhältnis zur Außenwelt als der Denksinn gibt uns derjenige Sinn, der es uns möglich macht, mit einem anderen Wesen so zu fühlen, sich eins zu wissen, dass man es wie sich selbst empfindet. Das ist, wenn man durch das Denken, durch das lebendige Denken, das einem das Wesen zuwendet, das Ich dieses Wesens wahrnimmt - der Ichsinn.“ (3)

Einem anderen Menschen zu begegnen ist selbstverständlich eine alltägliche, aber nichtsdestotrotz einzigartige Erfahrung. Wir begegnen einem menschlichen Wesen, einem anderen Ich, das uns gleichartig ist. Obwohl solche alltäglichen Begegnungen im sozialen Leben grundlegend sind, ist wenig darüber in der akademischen Wissenschaft erforscht. Der Chemiker, Waldorflehrer und Geschäftsführer der Freien Waldorfschule Kreis Heinsberg, Martin Errenst, schrieb 2005 einen informativen Aufsatz in der Zeitschrift Die Drei über den Gedankensinn und den Ich-Sinn, wo er ein Thema dieses kleinen Wissenschaftszweigs untersucht. Errenst nimmt Bezug auf die Forschungen von Robert Peter Hobson. (4) Hobson ist Psychoanalytiker und Professor für Psychopathologie am University College London. Er ist bekannt für seine Arbeiten über Autismus und Entwicklungspsychologie. In seine Forschungen brachte er neue Fazits bezüglich des Ursprungs des menschlichen Bewusstseins. [weiter]

Abgelegt in gamamila.de

1. Vgl. Rudolf Steiner, Das Rätsel des Menschen. Die geistigen Hintergründe der menschlichen Geschichte, GA 170, Dornach 1964, Seite 110f.
Internetlink: fvn-rs.net
2. Vgl. Rudolf Steiner, Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik, GA 293, Dornach 1980, Seite 124ff.

3. Rudolf Steiner in: Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik, GA 293, Dornach 1980, Seite 124ff .

4. Martin Errenst, Gedankensinn und Ich-Sinn. Eine indirekte Beschreibung dieser Sinne in den Ausführungen eines Entwicklungspsychologen. Die Drei, 8/9 2005, S.135.
Internetlink: errenst.eu

24
Mrz
2010

Wie gehe ich forschend mit geistigen Wesen und Botschaften um?

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Exkurs anhand eines Goetheanum-Beitrags von Andreas Heertsch
I
mmer mehr Menschen treten auf, die geistige Erlebnisse haben und vom Kontakt mit geistigen Wesen aller Art erzählen und berichten. Die Literatur dieser Art und die Internetsites, die solche Inhalte vermitteln, wachsen für jeden Tag. Sollte ich als Anthroposoph und geistig Suchender nicht froh und dankbar sein, dass es diese Art Berichte über die geistige Welt und Botschaften geistiger Wesen gibt? Zumal „die“ Anthroposophie nichts anderes „möchte“, als den Menschen den Zugang zu ihr und zu ihnen zu unterstützen und zu erleichtern, und dazu noch die Erkenntnisgrundlagen für geistige Erlebnisse geben will? Nun gibt es jedoch viele Fragen und auch einige Bedenken, die ich diesbezüglich habe, die in der Esoterikszene oft nicht vorkommen, und auch unter manchen Anthroposophen, die für solche Mitteilungen offen sind, eher zu locker behandelt werden.

Auch innerhalb des anthroposophischen Milieus steigt nämlich die Fülle von geistigen Botschaften von Engeln und Naturwesen seit dem letzten Millenniumwechsels. Die Publikationen innerhalb der Flensburger Hefte bilden eine Art Genre für sich, indem sie die Interviews wiedergeben mit Natur- und anderen Geistwesen, die Verena Staël von Holstein mit ihnen führt unter der besonderen Mithilfe vom Herausgeber Wolfgang Weirauch. In einem Diskussionsbeitrag in der Wochenschrift Das Goetheanum (Nr. 5/2010) behandelt Andreas Heertsch, Physiker und Mitarbeiter des Instituts Hiscia (Arlesheim, CH), die neueste Publikation über den Mistel und die Misteltherapie (Flensburger Hefte Nr. 104), wo wiedergegeben wird, wie das Wesen Mistel mit Hilfe von Naturwesen erforscht wurde. Da Heertsch einerseits selbst Mistelforscher und Mitarbeiter beim Herstellen von Mistelpräparaten und andererseits ein Buch über eigene geistige Erfahrungen geschrieben hat, dürfte er kompetent sein, um dieses Thema sachgemäß zu behandeln. Es dürfte zugegen nicht zu erwarten sein wie oft bei anthroposophischen Autoren, dass er nur „über“ die Fragen schreibt, sondern diese aus der Sache heraus behandelt. Ich kenne zudem Heertsch persönlich aus einer früheren Arbeitsgruppe zur anthroposophischen Karmaforschung, das in Arlesheim (CH) und in Zeist (NL) zusammenkam. Deshalb kann ich seine Erkenntnisklarheit und seine Gesichtspunkte auch gut nachvollziehen.

Andreas Heertsch kommentiert zunächst, dass die Interviewform sein Verständnis zu diesem komplexen Thema der jahrzehntelangen Mistelforschung eher behindere als näher bringe. Zu den feinsinnigen und kontroversen Ausführungen dreier anthroposophischen Forschern aus dem Carl-Gustav-Carus-Institut, Öschelbronn, und dem Arzt Volker Fintelmann fügen sich hinzu die Antworten eines Wesens genannt „Arrak“, das – wie es im Buch heißt – ein Mistelhain betreut. Der „Gespräch“ mit dem Mistelwesen geschah während 150 Minuten. Folgendermaßen wird die Methode im Buch charakterisiert: „…die Fragen entstanden teils spontan, teils waren sie vorbereitet, aber keine einzige Frage war Verena Staël von Holstein vorher bekannt. Alle Antworten entstanden im jeweiligen Moment.“

Dazu fragt Heertsch mit Recht: „Wie soll man so etwas rezensieren?“. Er konstatiert, dass „Arrak“ auf alle Fragen ohne Vorbehalt antwortet. Er hätte gern gewusst, wer dieser „Arrak“ sei, und stellt fest, dass das Wesen während des Gesprächs – außer Staël von Holstein und Weirauch waren noch drei weitere Menschen anwesend – eigentlich nicht interviewt, sondern lediglich als ein Orakel befragt wurde. Vorurteilsfrei und unbefangen nimmt Heertsch das Flensburger Vorhaben unter die Lupe: „Die beeindruckende Allwissenheit von ‚Arrak‘ sei nun hier genauer untersucht: Woher stammt dieses Wissen? Gerne hätte ich diese Frage auch von ‚Arrak‘ selbst beantwortet bekommen, aber Weirauch stellt sie nicht. Wie originell sind ‚Arraks‘ Antworten? Meines Erachtens liefern sie kompendiumartiges Wissen: Das Wesen scheint Einblick in von Menschen Gedachtes zu haben. Für Kenner des Themas bestehen seine Antworten weitgehend aus Zusammenstellungen von hie und da Bekanntem.“

An einigen Beispielen verdeutlicht Heertsch seine Annahme. Das eine Beispiel ist das Folgende: Wenn es darum geht, das Eintröpfeln von Sommersaft der Mistel im rechten Winkel zum Wintersaft in die Mischmaschine zu beschreiben, meint Heertsch in 'Arraks' Antwort die Sicht seines vor einiger Zeit verstorbenen Kollegen fast wörtlich wieder zu erkennen. Inspiriert womöglich der Verstorbene dieses Mistelwesen, ohne dass dies erkannt wird? Weiter findet Heertsch ‚Arraks‘ Aussage, dass die Tropfen „nie“ zersprühen sollen, missverständlich, da er aus dem Verfahren bei Hiscia weiß, dass ein Zersprühen unumgänglich ist, weil die einfallenden Sommersafttropfen ohnehin zersprühen, wenn sie auf die Oberfläche der Wintersaft treffen. Die Physik lässt nichts anderes zu, meint der spirituelle und praxisnahe Physiker.

Andreas Heertsch findet „Arraks“ Wissen immerhin erstaunlich. Er liest offenbar im menschlichen Bewusstsein, kann es wie einen Spiegel wiedergeben und Zusammenhänge aufzeigen. Gleichzeitig sieht Heertsch darin eine Gefährdung des menschlichen Urteilsvermögens, falls die Teilnehmer und die Leser nicht solche geistigen Mitteilungen in den eigenen „Erdenhorizont“ integrieren wollen oder können. „Wenn man die eignen Urteilskraft allerdings an ihn delegiert, läuft man Gefahr, dass man für den eigentlich menschlichen Bereich, die Nahtstelle zwischen Sinnes- und Geisteswelt, die Souveränität verliert.“

Brauchen wir nur zu tun, was die Wesen uns empfehlen? Oder gar befehlen? Andreas Heertsch präzisiert den einfachen, aber leicht zu überschauenden Aspekt des Zusammenhangs zwischen Verantwortung und Freiheit in diesen Fragen: „Die oben erwähnte Nahtstelle ist Aufgabenfeld des inkarnierten Menschen. Um an ihn zu arbeiten, können wir nicht genug von geistigen Wesen lernen, aber es enthebt uns nicht unserer Verantwortung, das Gelernte an der Sinnenwelt erkennend zu konkretisieren und die so gewonnenen Erfahrungen in die geistige Welt zurückzutragen, um die Aufgabe auf neuer Stufe wiedeerkennend aufzugreifen.“ Der Hiscia-Forscher hält die „Geist-Interviews“ für anregendes Material, aber er kann sich nicht anfreunden mit der einfachen Übernahme solcher Empfehlungen der Naturwesen. Darin formuliert er einen Grundsatz aller gegenwärtigen und zukünftigen Geistesforschung: „Es ist des Menschen vornehmste Aufgabe, seine Inspirationen erkennend erdenpraktisch zu machen.“

Durch meine eigenen Kontakte während 14 Jahren mit Naturwesen, mit Verstorbenen, mit Meisterindividualitäten, mit Engeln und mit sogenannten höheren Wesen der geistigen Welt kann ich Vieles der „übersinnlichen Gespräche“ in dieser Reihe der Flensburger Hefte gut nachvollziehen. Viele Aussagen der Wesen haben meine eigenen Forschungen bestätigt und in anderen Aspekten, wo ich noch auf Auskünfte gehofft habe, kamen unerwartet und quasi indirekt Klärungen durch das Lesen mir entgegen, als ob die von Wolfgang Weirauch befragten Wesen meine Fragen einordneten, ohne dass ich sie ihn vorher gemailt hatte.

In einem Emailaustausch neulich mit Andreas Heertsch ging ich auf seine Besprechung ein, und es kamen einige weitere Gesichtspunkte heraus, die ich hier kurz erwähnen, aber dann in kommenden Beiträgen ausarbeiten möchte: Für die (geisteswissenschaftliche) Darstellung geistiger Erlebnisse und Erfahrungen gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Wie treten Wesen ins Bewusstsein? Wie bereite ich die Meditation oder das übersinnliche Gesprächsverfahren vor? Welches Risiko gehe ich ein, wenn ich das alltägliche Sinnesbewusstsein zugunsten eines höheren Erkenntnisbewusstseins verlasse? Wie werde ich mit den inneren Erlebnissen und mit den eventuellen Folgeerscheinungen fertig? Zweitens die inhaltliche Ebene mit den relevanten Prinzipien: Die Botschaft dürfte ich nicht 1:1 weitergeben, weil ich die Verantwortung dafür habe, dass das, was da formuliert wird, „Erdenkompatibel“ ist. Viele solcher Eindrücke treten mit einem „Alleinvertretungsanspruch“ auf, indem gedacht oder gesagt wird: „Es kann nur so sein.“ „Von diesem Anspruch muss man sich jedes Mal erst emanzipieren und lernen, den Eindruck in den eigenen Erdenhorizont zu integrieren, weil sich dann manches relativiert“, bemerkt Andreas Heertsch. Ich stimme ihm zu.

Bei den mündlichen und schriftlichen Wiedergaben meiner geistigen Erfahrungen habe ich immer klarstellen wollen, wie das Erlebte und Empfangene mich selbst gegebenenfalls veränderte, und ich habe angeführt, welche Erkenntnisse ich daraus ausbilden konnte. Ich habe genau geschildert, wie ich geistige Wesen erlebte, und – soweit ich dies erkennen konnte – wie es dazu kam, dass sie in einer bestimmten Gestalt auftraten. Oft empfing ich Botschaften, die aber zu allermeisten direkt auf mich und meiner Lebenssituation bezogen und nicht als allgemeine Anweisungen für andere gemeint waren. Da die menschlichen, sozialen und anderen Zustände und Zusammenhänge in unserer Zeit immer individueller werden und geographisch bedingt und ortsgebunden eingeordnet werden müssen, kann es doch nicht mehr zeitgemäß sein, dass immer mehr geistige Botschaften weitergereicht werden, als ob sie für alle Menschen Gültigkeit hätten? Es zeigt sich doch auch immer mehr, dass die allgemeinen anthroposophischen Gesichtspunkte und Angaben, die auf Rudolf Steiner zurückgehen, nur dann Gültigkeit bekommen und fruchtbar werden können, wenn sie individualisiert und in der konkreten Lebenssituation eingearbeitet werden.

In den Jahren 1996-99 hatte ich auf Grund der Fragen, die mich beschäftigten, viele spirituelle Eindrücke aus verschiedenen Gebieten der Geisteswissenschaft und besonders auf dem Gebiet der Karmaerkenntnis. Ich habe damals versucht von diesen Eindrücken zu erzählen, ohne mich sonderlich um die Folgen zu kümmern, die diese Darstellungen bei meinen Lesern auslösten. (Beispielsweise trenne sich die Leserschaft in anhimmelnde Anhänger und mich als atavistischen Hellseher abtuende Kritiker). Wie sich aus dem oben Dargestellten ergibt, braucht es noch die "Erdung" dieses Wissens. Deshalb versuche ich heute immer möglichst konkret für die jeweilige Lebenssituation zu raten und suche das Gespräch mit den Fragenden, sodass diese möglichst selbst auf das für sie Richtige kommen. Das blosse Nacherzählen des Geschauten ohne dieses "erdencompatibel" zu machen, d.h. in seiner Richtigkeit und Bedeutung für die aktuellen Verhältnisse zu prüfen, hat sich für mich als luziferische Versuchung erwiesen, die nur Spaltungen im Kilewassser hat.

22
Mrz
2010

Die Kraft der Gedanken und der Gefühle

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Masaru Emoto, japanischer Arzt und Wissenschaftler, ist bekannt geworden für seine Wasserqualitätsforschung. Emoto beschäftigt sich mit Wasser seit Anfang der 1990er Jahre. „Emoto fotografiert Wasser, während es gefriert, und beurteilt anhand von ästhetisch-morphologischen Kriterien den entstehenden Eiskristall. So versucht er einen Zusammenhang zwischen dem Aussehen des Eiskristalls und der Qualität bzw. dem Zustand des Wassers darzustellen“, heißt es in der Beschreibung seiner Arbeit im Internetlexikon Wikipedia.

Masaru Emoto sieht wie einer seiner Vorgänger, Viktor Schauberger, keinen Gegensatz zwischen Wissenschaft und Spiritualität. Mit seinen aufschlussreichen Fotos zeigt der 58jährige Arzt und Visionär aus Tokio auf die mögliche Existenz einer unsichtbaren, geistigen Welt. Er möchte in seiner bahnbrechenden Forschung zeigen, dass Wasser die Einflüsse von Gedanken und Gefühlen aufnehmen und speichern kann. Seine Ergebnisse und Annahmen sind in der traditionellen akademischen Wissenschaft jedoch umstritten, da wohl keine weltberühmten Biophysiker sie bis jetzt bestätigt haben. „Sie stehen zum Teil im Widerspruch zu bestehenden Erkenntnissen der Wasserchemie und -physik. Insbesondere seine Methodik kann nach den für die Wissenschaft geltenden Qualitätsanforderungen nicht bestehen“, schreibt Wikipedia.

Dessen ungeachtet kann jeder Emotos Hypothese – dass Gedanken und Gefühle Wasser, Lebensmittel und Lebewesen beeinflussen – mit einfachen Mitteln zuhause bestätigen. Im letzten Monat habe ich mit meiner Ehefrau und mit unserem Sohn ein entsprechendes Experiment durchgeführt. Es wurde ein Topf Reis aufgekocht. Die ganze Menge wurde in drei ähnlich großen Teilen je in einem Glas mit luftdichtem Deckel gelegt. Jedem Glas wurde ein Zettel aufgeklebt. Zwei Gläser bekamen eine Aufschrift, das dritte Glas nicht. Auf das erste Glas wurde das Wort DANKE, auf das zweite das Wort DUMMKOPF geschrieben. Die Gläser wurden auf dem Schuhschrank im Flur nebeneinander aufgestellt. Meine zwei Familienmitglieder nahmen sich der Aufgabe an, mehrmals am Tag beim Vorbeigehen die zwei ersten Gläser mit dem entsprechenden Wort anzusprechen. Dabei wurden kurz auch die parallelen Gefühle beim Sprechen hinzugegeben. Das dritte Glas wurde aber immer ignoriert und auch in diesem Moment nicht angeschaut.

Nach etwa einer Woche konnten die ersten äußeren Merkmale einer Veränderung beobachtet werden. Im dritten Glas fing es an zu schimmeln. Der deutlich grünfarbige Schimmelprozess ist dort bis heute vorangegangen und die Reiskörner haben sich noch dazu bräunlich verfärbt. Im „Dummkopfglas“ ist bis heute kein Schimmel aufgetreten, aber eine leicht gelbliche Verfärbung ist nach etwa drei Wochen eingetreten, die stärker ist auf der Seite des Glases, der zum Zuschauer hin gewendet ist. Das „Dankeglas“ hat keinen Schimmel bekommen, und dadurch ist dort auch keine Verfärbung eingetreten. Der Reis ist eben so weiß wie am Anfang geblieben. In allen drei Gläsern ist gegen den Boden hin eine Flüssigkeit entstanden, im dritten Glas am wenigsten und im ersten Glas am meisten. Etwa Reiswein? Beim öffnen der Deckel nach vier Wochen haben wir den sehr unterschiedlichen Geruch gespürt. Aus dem Glas des Ignorierens stieg ein übler Geruch auf – scharf, stinkig und unangenehm. Der Geruch des zweiten Glases war lange nicht so unangenehm, aber immerhin war er schlecht riechend und etwas modrig. Das Glas des Dankens roch überhaupt nicht unangenehm – der Geruch war mild, süß und säurig.

Was zeigt nun unser Hausexperiment? Haben Gedanken und Gefühle einen Einfluss auf die Abbauprozesse im Lebensmittel Reis? Uns wurde mit absoluter Eindeutigkeit gezeigt, dass das Ignorieren eine auffallend deutliche Zeichnung des Verfalls aufweist. Die negative und die positive Zuwendung zeigen dazu eine drastische Verlangsamung des Verfalls, wobei zwischen den beiden noch ein deutlicher Unterschied vorliegt, sodass das erste Glas in Bezug auf Farbe und Geruch einen ästhetisch angenehmeren Eindruck macht. Somit zeigen sowohl die positive als auch die negative Hinwendung eine mehr lebenserhaltende Wirkung als bei dem gleichgültigen Verhalten.

Würde dieses Phänomen der Wirkung von Gedanken und Gefühlen sich auch auf das Verhalten der Menschen im sozialen Leben generell übertragen lassen? Was hat die menschliche Gleichgültigkeit gegenüber vielen Dingen, Phänomenen und Lebewesen zu bedeuten? Welche Zeichen weisen Pflanzen, Tiere und Menschen auf, wenn sie ohne Dankbarkeit, liebewolle Zuwendung und tieferes Verständnis für ihr Dasein von anderen Menschen leben müssen?

25
Jan
2010

Dirk Kruse

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mmer mehr Menschen treten heute auf, die geistige Erfahrungen erworben haben. Einzelne fanden ihren spirituellen Zugang durch Rudolf Steiners Anthroposophie. Zu ihnen gehört Dirk Kruse. Im Internet finden wir aber wenig über den in Kirchlinteln am südwestlichen Rande der Lüneburger Heide wohnhaften Sozialpädagogen und Natur-Geistesforscher. Höchstens, dass er bei verschiedenen anthroposophischen Veranstaltungen als Dozent zum Thema „Inspirationen für Natur- und Sozialgestaltungen“ mitgewirkt hat. Im Buch Erlebnis Erdwandlung, das bei Ch. Möllmann Verlag 2008 herausgekommen ist, hat er ebenfalls darüber einen Beitrag geschrieben. Dieses Gemeinschaftswerk vieler Autoren und Autorinnen stellt dar das sogenannte Erdwandlungsgeschehen, das seit räumlicher Zeit im Gange sei. Ein Schwerpunkt dieses geomantische Standardwerk befasst sich ebenfalls mit Rudolf Steiner und seinen Vorreiterrolle auf dem Gebiet der umweltfreundlichen Naturerkenntnis.

Dirk Kruse betreibt auch eine sozialtherapeutische Organisationsberatung in Kooperation mit dem trialogconsult Managementberatung. Dabei wird das sogenannte GAB-Verfahren benutzt, das ein Verfahren zur Qualitätssicherung und -entwicklung ist, das speziell für die Bedürfnisse personennaher Dienstleistungen entwickelt wurde.„Mit seiner Hilfe können Einrichtungen ihr Qualitätsmanagement selbst entwickeln, durchführen und ständig weiter verbessern“, heißt es in der Präsentation der GAB - Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung in München -, in welcher Dirk Kruse auch Mitarbeiter ist.

In einem lesewerten Aufsatz in der Wochenschrift Das Goetheanum (Nr. 43-2009) – für die er in den letzten Jahren mehrere bemerkenswerte Beiträge verfasste – beschrieb Dirk Kruse die Wichtigkeit des Buches Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten von Rudolf Steiner – das Buch feierte im letzten Jahr sein 100. Geburtstag – als methodischer Ansatz zu seinen geistigen Erfahrungen mit der Natur. Die Methodenschritte, die „plastisch in die nicht sinnlich sichtbaren Ebenen des Angeschauten“ hineinführen, fasst Kruse wie folgt zusammen:

„Die Schritte könnte man in folgenden Anordnung beschreiben: 1. Verehrungskraft, 2. meditativ-konzentrierte Fokussierung, 3. genaue äußere Objektbetrachtung, 4. erfassendes Abbilden des Krafteindruckes, 5. Gefühl daran bemerken, 6. beherztes Halten (da es sonst unbewusst durchs Bewusstsein durchhuscht), Verstärken und Beobachten der Seelischen Eindrücke, 7. Differenzierendes ‚Durchtasten’ der Seeeleneindrücke nach unterscheidbaren Kategorien, 8. das Seelische sich bis in vergleichbare Linien- und Figurenart aussprechen lassen, 9. Beschreiben und Zeichnen des Erlebten. Unerlässlich bleibt das Erarbeiten des gesamten Buches, da die Übungen in ausführlich beschriebene Bedingungen, Vorbereitungen, Bezüge, Nebenübungen und Auswirkungen eingebettet sind.“

Nun hat die Redaktion der Wochenschrift ihn gebeten, für das ganze Jahr 2010 über seine übersinnlichen Beobachtungen zur Jahreslaufforschung fortlaufend zu berichten. Seine oft sowohl poetisch einfühlend als auch lapidar stichwortartig gefassten Beschreibungen bestätigen manchmal meine eigenen Beobachtungen und Erlebnisse sehr treffend. Andere Male bei seelischen Beobachtungen, die er macht, muss ich gestehen, dass ich im Moment nicht so weit in die übersinnlichen Ebenen hineindringen konnte. Jedenfalls wird Dirk Kruses liebevolle Geselligkeit mit der Erdenseele zu einem deutlichen Aufruf, sodass ich im neuen Jahr neue Schritte mit ihr vernehmen möchte, auch wenn an mir die 3. Januarwoche wie ein - wie er schreibt - diffuser „Zwischenzustand, als ungreifbar, als ‚Nichts-Halbes und Nichts-Ganzes’“ vorbeiging und „insgesamt eine Seelenleere entstehen“ ließ. ■


Das Vorwort von Marko Pogačnik und die Einleitung von Hans-Joachim Aderhold und Thomas Mayer zum Buch Erlebnis Erdwandlung ist bei geomantiearina.de zu lesen.

28
Aug
2009

Zur Gelegenheit des 260. Geburtstags von Goethe

Blumen sind die schönen Worte und Hieroglyphen der Natur, mit denen sie uns andeutet, wie lieb sie uns hat.

Johann Wolfgang von Goethe


Jostein Sæther | Pehr Sällström - schwedischer Goetheforscher
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n jedem Land gibt es Dichter, Schriftsteller und Wissenschaftler die mit ihren Schriften weit über ihr Sprachgebiet bekannt werden, weil ihre Bücher in anderen Sprachen übersetzt werden. Früher konnte es manchmal lange dauern, bis jemand international entdeckt wurde. Heute wird jemand schneller als früher bekannt einerseits durch die gezielte Kulturvermittlung der Staaten und andererseits durch die neue Möglichkeit der Präsenz im Internet. Trotzdem könnte es viele Namen geben, die in der Menge des Angebots verschwinden oder nur kurz im Rampenlicht bleiben.

Unter anthroposophischen Autoren aus Skandinavien sind einige wenige während des 20. Jahrhunderts wie Dan Lindholm, Frans Carlgren und Peter Normann Waage auf Deutsch hervorgetreten. Ein Schwede, der ich hiermit mit einer ersten Übersetzung aus seinem umfassenden Werk von 1991 über die symbolische Notation – Tecken att tänka med (Zeichen zum Denken) – präsentieren möchte, ist im mitteleuropäischen Raum kaum bekannt. Sein Name ist Pehr Sällström. Geboren ist er in Schweden 1938 und studierte später Kernphysik. Sällström bestand als 30jähriger seine Dissertation über die Wechselwirkung der K-Mesonen auf Protonen. 1974 wurde er als Dozent der Farbenlehre an der Stockholmer Universität engagiert. Er redigierte und kommentierte 1976 detailliert eine schwedische umfassende Ausgabe der Schriften von Goethe zu seiner Farbenlehre und Rudolf Steiners Kommentare dazu. 1993 kam seine Schrift Goethe och matematiken (Goethe und die Mathematik). Außerdem hat er Schriften von Martin Buber ins Schwedische übersetzt und kommentiert.

pehr1aPehr Sällström war mit dem schwedischen Anthroposophen, Künstler und Pädagogen Arne Klingborg (1915-2005) befreundet. Von ihm wurde er berufen als Lehrer mitzuwirken am Rudolf Steinerseminar – belegen an einem Fjord der Ostsee in Ytterjärna, etwa 50 Kilometer südlich von Stockholm. Dort lernte ich Pehr 1973 kennen als Dozent zum Kapitel der physikalischen Farben in Goethes Farbenlehre. In einer groß angelegten Ausstellung, bei der ich als Maler mitwirkte, zur anthroposophischen Bewegung im Jahr 1980 schuf Per Sällström diejenige experimentelle von drei Abteilungen der Farbausstellung in Goethes und Steiners Sinne, die in drei großen Zelten untergebracht war.

Später ab Mitte der 80er Jahre als ich selbst bei dem zweiwöchigen Kurs der Farbenlehre am Seminar mitarbeitete, wurden wir gewissermaßen Kollegen, und in Beisammensein mit anderen Lehrern und Studenten wurden interessante Diskussionen und Experimente durchgeführt. ■


Pehr Sällström | Das Mysterium der Schrift
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as hat die Notenschrift der Musik gemeinsam mit einer mathematischen Gleichung oder einen chemischen Strukturformel? Warum ist es interessant, über die Anwendung verschiedener symbolischen Notationssysteme nachzusinnen? Der Ausgangspunkt des Diskurses, den ich in diesem Buch führe, ist ziemlich alltäglich. Es geschieht des Öfteren, dass man sich sagt: Das muss ich mich erinnern! Das war eine gute Idee, die muss ich mich notieren! Es kann ein Einfall sein oder etwas, was man gesehen oder gehört hat. Etwas, was man nicht verlieren will, sondern zu dem man zurückkommen möchte. Aber alles kann nicht im Kopf behalten werden. Das Denken und das Gedächtnis brauchen eine äußerliche Stütze und Unterlagen.

Den ganzen Aufsatz lesen

1. Bild: Pehr Sällströms populäre Schrift über Goethes Farbenlehre (Kosmos förlag, Järna 1996, 158 Seiten).

2. Bild: Pehr Sällström
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