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Forschung

28
Aug
2009

Zur Gelegenheit des 260. Geburtstags von Goethe

Blumen sind die schönen Worte und Hieroglyphen der Natur, mit denen sie uns andeutet, wie lieb sie uns hat.

Johann Wolfgang von Goethe


Jostein Sæther | Pehr Sällström - schwedischer Goetheforscher
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n jedem Land gibt es Dichter, Schriftsteller und Wissenschaftler die mit ihren Schriften weit über ihr Sprachgebiet bekannt werden, weil ihre Bücher in anderen Sprachen übersetzt werden. Früher konnte es manchmal lange dauern, bis jemand international entdeckt wurde. Heute wird jemand schneller als früher bekannt einerseits durch die gezielte Kulturvermittlung der Staaten und andererseits durch die neue Möglichkeit der Präsenz im Internet. Trotzdem könnte es viele Namen geben, die in der Menge des Angebots verschwinden oder nur kurz im Rampenlicht bleiben.

Unter anthroposophischen Autoren aus Skandinavien sind einige wenige während des 20. Jahrhunderts wie Dan Lindholm, Frans Carlgren und Peter Normann Waage auf Deutsch hervorgetreten. Ein Schwede, der ich hiermit mit einer ersten Übersetzung aus seinem umfassenden Werk von 1991 über die symbolische Notation – Tecken att tänka med (Zeichen zum Denken) – präsentieren möchte, ist im mitteleuropäischen Raum kaum bekannt. Sein Name ist Pehr Sällström. Geboren ist er in Schweden 1938 und studierte später Kernphysik. Sällström bestand als 30jähriger seine Dissertation über die Wechselwirkung der K-Mesonen auf Protonen. 1974 wurde er als Dozent der Farbenlehre an der Stockholmer Universität engagiert. Er redigierte und kommentierte 1976 detailliert eine schwedische umfassende Ausgabe der Schriften von Goethe zu seiner Farbenlehre und Rudolf Steiners Kommentare dazu. 1993 kam seine Schrift Goethe och matematiken (Goethe und die Mathematik). Außerdem hat er Schriften von Martin Buber ins Schwedische übersetzt und kommentiert.

pehr1aPehr Sällström war mit dem schwedischen Anthroposophen, Künstler und Pädagogen Arne Klingborg (1915-2005) befreundet. Von ihm wurde er berufen als Lehrer mitzuwirken am Rudolf Steinerseminar – belegen an einem Fjord der Ostsee in Ytterjärna, etwa 50 Kilometer südlich von Stockholm. Dort lernte ich Pehr 1973 kennen als Dozent zum Kapitel der physikalischen Farben in Goethes Farbenlehre. In einer groß angelegten Ausstellung, bei der ich als Maler mitwirkte, zur anthroposophischen Bewegung im Jahr 1980 schuf Per Sällström diejenige experimentelle von drei Abteilungen der Farbausstellung in Goethes und Steiners Sinne, die in drei großen Zelten untergebracht war.

Später ab Mitte der 80er Jahre als ich selbst bei dem zweiwöchigen Kurs der Farbenlehre am Seminar mitarbeitete, wurden wir gewissermaßen Kollegen, und in Beisammensein mit anderen Lehrern und Studenten wurden interessante Diskussionen und Experimente durchgeführt. ■


Pehr Sällström | Das Mysterium der Schrift
W
as hat die Notenschrift der Musik gemeinsam mit einer mathematischen Gleichung oder einen chemischen Strukturformel? Warum ist es interessant, über die Anwendung verschiedener symbolischen Notationssysteme nachzusinnen? Der Ausgangspunkt des Diskurses, den ich in diesem Buch führe, ist ziemlich alltäglich. Es geschieht des Öfteren, dass man sich sagt: Das muss ich mich erinnern! Das war eine gute Idee, die muss ich mich notieren! Es kann ein Einfall sein oder etwas, was man gesehen oder gehört hat. Etwas, was man nicht verlieren will, sondern zu dem man zurückkommen möchte. Aber alles kann nicht im Kopf behalten werden. Das Denken und das Gedächtnis brauchen eine äußerliche Stütze und Unterlagen.

Den ganzen Aufsatz lesen

1. Bild: Pehr Sällströms populäre Schrift über Goethes Farbenlehre (Kosmos förlag, Järna 1996, 158 Seiten).

2. Bild: Pehr Sällström
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