Karma ordnen
Ein Forschungs- und Übungstag in Witten-Annen
S
chätzungsweise 120 Menschen trafen sich am letzten Freitag und Samstag in einer freien Schule nach der Pädagogik Rudolf Steiners namens Blote-Vogel-Schule, um sich der Karmapraxis zu widmen. Die in Witten-Annen im Ruhrgebiet beheimatete Schule überrascht mit ihrer schlichten goetheanistisch-funktionalistischen Bauart. Sind die Tagungsgäste vom Karma dahin geführt worden? Liegt ein günstiges Karma vor, wenn so viele Menschen sich um die zentralsten Lebensfragen so beseligt sammeln, sich um eine Vielfalt von weiterführenden Antworten so begeistert austauschen und sich um das Verständnis der Ergebnissen im Geist-Erleben so ernsthaft ringen? Die Teilnehmer selbst, die sechs Referenten und der Veranstalter – die Anthroposophische Gesellschaft in Nordrhein-Westfalen und Fakt 21 Kulturgemeinschaft in Bochum –, personifiziert in der mit Bescheidenheit, Umsicht und Selbstbewusstsein sich um alles kümmernden Michael Schmock, freuten sich sehr, dass so viele Interessierte zu diesem „Thementag“ kamen.
Ich freute mich, wieder Coenraad (Coen) van Houten schon im ICE auf der Hinfahrt zu begegnen. Der 87-jährige, merfache Autor und geistesgegenwärtige Volkspädagoge ist ein Pionier des Schicksalslernens und des Umgangs mit der anthroposophischen Karmaforschung. Er ist auch Schüler und Fortführer der anthroposophischen Impulse Willem Zeylmans van Emmichovens und Bernhard Lievegoeds. Coen sprach in seinem einführenden Vortrag am Freitagabend von der inneren Notwendigkeit eines künstlerischen Umgangs und einer schöpferischen Pflege des Karmagedankens, damit eine Karmakultur der Zukunft sich entwickeln kann, die dann eine Fortführung der Anthroposophie selbst befördern wird. Mit Enthusiasmus betonte Coen, dass es heute viele Wege und Methoden geben, die zu fruchtbaren Ergebnissen auf diesem Feld führen. Trotz ihrer unterschiedlichen Ausgangspunkte in der Anthroposophie oder in Verhältnis zu ihr können sie sich gegenseitig ergänzen, unterstrich er.
In zwei Plena wurden am Samstag besonders zwei Fragestellungen der Karmaforschung und der Karmapraxis erörtert. Michael Schmock moderierte Hans Supenkämper und Heide Oehms, die ihren Kurzbeiträgen gaben zur Frage: Welche Schritte gehe ich? Hans, der einerseits Landwirt und andererseits in der weltweiten Organisation NALM (e.V.) (New Aduld Learning Movement - Bewegung für neues Erwachsenenlernen) tätig ist, erklärte wie man in einer Gruppe mit dem Schicksalsthema arbeiten kann, indem man im Rückblick auf eine konkrete Menschenbegegnung in sieben Schritten, die den klassischen Lebensprozessen wie Atmung, Verdauung usw. entsprechen, ihre Faktoren untersuchen kann. Dabei können karmische Motive auftauchen, die die Aufmerksamkeit auf die Zukunft richten lassen, sodass man nicht zuviel in der Vergangenheit hängen bleibt. Heide führt eine Praxis, die sowohl der Begleitung von Gruppen als auch der individuellen Einzelarbeit gewidmet ist. Sie beschrieb, wie man durch ein konkretes Hinwenden an geistige Wesen wie der eigene Schutzengel zu karmischen Imaginationen kommen kann. Die beliebte Autorin unterstrich dabei die fruchtbare Wechselwirkung für die Karmaerkenntnis zwischen dem, was sich in einem Gespräch über die Biographie erschließt, und den meditativen Schritten des sogenannten Bauens der imaginativen Hütte. Diese Übungsarbeit baut auf das Buch Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten von Rudolf Steiner.
Carla van Dijk, die auch in der Methode des Schicksalslernens von Coen geschult ist, berichtete über den vornehmlichen Blick aufs Karma, der sich aus der Einbeziehung der Idee des dreigeteilten Menschen ergibt, wie Steiner sie 1917 herausarbeitete und 1924 in der sogenannten Mond-Sonne-Saturn-Karmaübung (Vortrag vom 4. Mai 1924 in Dornach) umsetzte. Der Niederländer Ate Koopmans griff in seiner praxisbetonten Fortführung der anthroposophischen Karmaforschung dieses Übungsfeld auf und entwickelte es bis zu seinem Tod 2001 weiter. Die heute sowohl in ihrer Heimat als auch in Deutschland tätige Dozentin für Sozialkunst und Erwachsenenbildung betonte die Bedeutung der Karmapraxis als eine pädagogische Praxis, in der sie auch gemalte Bilder der Teilnehmenden in die Schicksalspflege berücksichtigt.
Während ich den anderen Referenten zuhörte, hatte ich auf dem Boden unter dem Podiumstisch eine Büroklammer entdeckt. Carla und ich sollten unsere Beiträge der Frage „Zu welchen Ergebnissen führt der Weg?“ anpassen. Als ich drankam, nahm ich die Klammer vom Boden auf und erzählte, dass sie in Norwegisch „binders“ heißt. Das bedeutet, dass sie zwei oder mehrere Papiere verbinden kann. Dahin führt auch mein Weg der Karmapraxis: Motive miteinander zu verbinden und Gemeinschaft zu entstehen lassen. Innere Bilder und karmische Imaginationen lassen sich also mit einem auserwählten Erinnerungsmotiv zusammenbringen, indem wir ihn gemäß der sogenannten 4-tägige Karmaübung von Steiner (Vortrag vom 9. Mai 1924 in Dornach) verfolgen und geduldig abwarten. Im inneren Prozess des zeitlichen Entwicklungsgangs, der mit geistigen Gesetzen übereinstimmt, offenbart sich bei geduldigem Üben immer etwas. Ich stellte außerdem fest, dass es nach adäquaten seelischen und ethischen Vorbereitungen möglich sei, karmische Einsicht durch Geist-Erleben und höhere Erkenntnis auch geradewegs in einem meditativen Zugang zu erreichen.
Zu diesen fünf Referenten, die jeder eine Arbeitsgruppe in drei Übungssequenzen leiteten, stellte Christoph von Keyserlingk sein Beitrag hinzu: „Zur Praxis der Reinkarnationstherapie“. Im Plenum betonte Christoph, dass die bekanntlich positiven Heilungserfolge der Reinkarnationstherapie auch erfolgen, wenn der Therapeut und sein Klient den karmischen Bildern offen gegenüberstehen, ohne sie als „wahre“ karmischen Ergebnisse festzulegen. Im abschließenden Plenum berichteten einige Teilnehmer von tiefgreifenden inneren Erlebnissen und Ergebnissen, die sie in den Arbeitsgruppen bekamen. Ein mehrerer Minuten andauerndes Schweigen, wo keiner das Wort ergriff, bestätigte den bewegenden Ernst und die stille Freude, denen solches Geist-Erleben begleiten. Statt zu versuchen, das Erlebte mit unpassenden Begriffen zu formulieren, wartet man nach solchen intimen Erlebnissen eher mit seinem Bericht, bis etwas im Herzen gereift hat, kommentierte eine Teilnehmerin danach.
Gefolgt von danksagenden Worten eines Teilnehmers und vom begeisterten Applaus der Anwesenden kündete Michael (Schmock) abschließend an, dass Vorbereitungen im Gang sind, einen kommenden Forschungs- und Übungstag in NRW mit dem Thema „Das Karma des Berufs“ für 2010 zu komponieren. Auch der Wunsch an eine darauf folgende Karmakonferenz auf Bundesebene lag in der Luft, als die zufriedenen Arrangeure, Dozenten, Teilnehmer und die Journalisten u. a. des NNA und der Dornacher Wochenschrift die Blote-Vogel-Schule verließen. Ich fragte mich, ob die Tonangebenden der AGiD, der AAG und der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum diese neue und zukunftsweisende Welle der Karmapraxis in der anthroposophischen Bewegung hilfsbereit unterstützen wollen – ähnlich wie es die damaligen Vorstände der internationalen Goetheanum-Konferenz im Jahre 1997 in Berlin austrugen?
Rückblickend können diese und die anderen zwei Karmakonferenzen, die vor dem Millenniumswechsel im Forum 3 in Stuttgart unter Leitung von u. a. Nothart Rohlfs veranstaltet wurden, als epochaler Anregung für Reinkarnationstherapie, Karmaarbeit, Karmapraxis und Karmaforschung gesehen werden. Seelisch und geistig gestärkt durch die Karmaidee und durch das Karmaverständnis, die beide kulturschaffend sind, würden wir mit solchen Bemühungen, für welche die in absehbarer Zeit zählenden 1 Million Unterzeichner der ELIANT-Aktion sich einsetzen, nicht nur in Brüssel sondern auch in Dornach und anderswo etwas mehr erreichen. Wenn ich die Gemeinschaft dieser vielen Unterzeichner der anthroposophischen Sache als eine anthroposophische Gesellschaft denke, dann lebt darin eine immense Kraft der Heilung und des Ordnens von Karma.
Dem schlichten Tagungsort ergänzte in unverwechselbarer Art das Georg Hotel in Witten-Annen. Mein grünes Zimmer hatte runde Formen wie andere in diesem Designhotel, wo die Ausstattung, die Naturholzmöbel, die Größe und die lasierten Farben individuell ausgearbeitet sind. Im blau-gelben, heiteren Ambiente des sogenannten Brunnenraums nahmen wir Referenten und einige der angereisten Teilnehmer das Frühstück ein. Dort konnten wir uns vor und nach dem Einsatz entspannen und Motive der sehr fruchtbaren, anderthalben Forschungs- und Übungstage in intimeren Gesprächen vertiefen.
Für Immo Lünzer, Gründungsmitglied des Archivs Ökologische Agrarkultur, war das bunte Treffen „eindrucksvoll“. Er ist ein antreibender Anthroposoph, der sich sowohl ideell als auch praktisch mit dem Karmathema beschäftigt. In seinem Institut für Karma & Reinkarnation – inkare – erforscht Immo zeitgemäßes Schicksalslernen und praktische Karmaarbeit. Ansonsten hat sein Institut diese Tagung durch seinen Stiftungsfonds „Karma-Kultur“ finanziell unterstützt. Immo setzt sich auch für die Bildung von Netzwerken für den Erkenntnis- und Erfahrungsaustausch ein – also für das, was Rudolf Steiner vor 85 Jahren sich von den Anthroposophen erhoffte. ■
Der Bericht wurde von Themen der Zeit und von anthromedia übernommen.
Große Illustration: Das Büroklammermonument (Bindersmonumentet) von 1989 außerhalb der früheren BI-Gebäude bei Sandvika, Oslo; derzeit demontiert. Die Büroklammer als kleiner Gebrauchsgegenstand hat viele Väter und ist vielfältig nutzbar. Das kaiserlich-deutsche Patent erhielt der Norweger Johan Vaaler im Jahr 1899. Während der deutschen Okkupation war die Büroklammer (norw. binders) ein Symbol im Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Quelle: geschichte-skandinavien.suite101.de Foto: GNU FDL (cc) Lars Roede. Quelle: Wikipedia
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chätzungsweise 120 Menschen trafen sich am letzten Freitag und Samstag in einer freien Schule nach der Pädagogik Rudolf Steiners namens Blote-Vogel-Schule, um sich der Karmapraxis zu widmen. Die in Witten-Annen im Ruhrgebiet beheimatete Schule überrascht mit ihrer schlichten goetheanistisch-funktionalistischen Bauart. Sind die Tagungsgäste vom Karma dahin geführt worden? Liegt ein günstiges Karma vor, wenn so viele Menschen sich um die zentralsten Lebensfragen so beseligt sammeln, sich um eine Vielfalt von weiterführenden Antworten so begeistert austauschen und sich um das Verständnis der Ergebnissen im Geist-Erleben so ernsthaft ringen? Die Teilnehmer selbst, die sechs Referenten und der Veranstalter – die Anthroposophische Gesellschaft in Nordrhein-Westfalen und Fakt 21 Kulturgemeinschaft in Bochum –, personifiziert in der mit Bescheidenheit, Umsicht und Selbstbewusstsein sich um alles kümmernden Michael Schmock, freuten sich sehr, dass so viele Interessierte zu diesem „Thementag“ kamen.
Ich freute mich, wieder Coenraad (Coen) van Houten schon im ICE auf der Hinfahrt zu begegnen. Der 87-jährige, merfache Autor und geistesgegenwärtige Volkspädagoge ist ein Pionier des Schicksalslernens und des Umgangs mit der anthroposophischen Karmaforschung. Er ist auch Schüler und Fortführer der anthroposophischen Impulse Willem Zeylmans van Emmichovens und Bernhard Lievegoeds. Coen sprach in seinem einführenden Vortrag am Freitagabend von der inneren Notwendigkeit eines künstlerischen Umgangs und einer schöpferischen Pflege des Karmagedankens, damit eine Karmakultur der Zukunft sich entwickeln kann, die dann eine Fortführung der Anthroposophie selbst befördern wird. Mit Enthusiasmus betonte Coen, dass es heute viele Wege und Methoden geben, die zu fruchtbaren Ergebnissen auf diesem Feld führen. Trotz ihrer unterschiedlichen Ausgangspunkte in der Anthroposophie oder in Verhältnis zu ihr können sie sich gegenseitig ergänzen, unterstrich er.
In zwei Plena wurden am Samstag besonders zwei Fragestellungen der Karmaforschung und der Karmapraxis erörtert. Michael Schmock moderierte Hans Supenkämper und Heide Oehms, die ihren Kurzbeiträgen gaben zur Frage: Welche Schritte gehe ich? Hans, der einerseits Landwirt und andererseits in der weltweiten Organisation NALM (e.V.) (New Aduld Learning Movement - Bewegung für neues Erwachsenenlernen) tätig ist, erklärte wie man in einer Gruppe mit dem Schicksalsthema arbeiten kann, indem man im Rückblick auf eine konkrete Menschenbegegnung in sieben Schritten, die den klassischen Lebensprozessen wie Atmung, Verdauung usw. entsprechen, ihre Faktoren untersuchen kann. Dabei können karmische Motive auftauchen, die die Aufmerksamkeit auf die Zukunft richten lassen, sodass man nicht zuviel in der Vergangenheit hängen bleibt. Heide führt eine Praxis, die sowohl der Begleitung von Gruppen als auch der individuellen Einzelarbeit gewidmet ist. Sie beschrieb, wie man durch ein konkretes Hinwenden an geistige Wesen wie der eigene Schutzengel zu karmischen Imaginationen kommen kann. Die beliebte Autorin unterstrich dabei die fruchtbare Wechselwirkung für die Karmaerkenntnis zwischen dem, was sich in einem Gespräch über die Biographie erschließt, und den meditativen Schritten des sogenannten Bauens der imaginativen Hütte. Diese Übungsarbeit baut auf das Buch Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten von Rudolf Steiner.
Carla van Dijk, die auch in der Methode des Schicksalslernens von Coen geschult ist, berichtete über den vornehmlichen Blick aufs Karma, der sich aus der Einbeziehung der Idee des dreigeteilten Menschen ergibt, wie Steiner sie 1917 herausarbeitete und 1924 in der sogenannten Mond-Sonne-Saturn-Karmaübung (Vortrag vom 4. Mai 1924 in Dornach) umsetzte. Der Niederländer Ate Koopmans griff in seiner praxisbetonten Fortführung der anthroposophischen Karmaforschung dieses Übungsfeld auf und entwickelte es bis zu seinem Tod 2001 weiter. Die heute sowohl in ihrer Heimat als auch in Deutschland tätige Dozentin für Sozialkunst und Erwachsenenbildung betonte die Bedeutung der Karmapraxis als eine pädagogische Praxis, in der sie auch gemalte Bilder der Teilnehmenden in die Schicksalspflege berücksichtigt.
Während ich den anderen Referenten zuhörte, hatte ich auf dem Boden unter dem Podiumstisch eine Büroklammer entdeckt. Carla und ich sollten unsere Beiträge der Frage „Zu welchen Ergebnissen führt der Weg?“ anpassen. Als ich drankam, nahm ich die Klammer vom Boden auf und erzählte, dass sie in Norwegisch „binders“ heißt. Das bedeutet, dass sie zwei oder mehrere Papiere verbinden kann. Dahin führt auch mein Weg der Karmapraxis: Motive miteinander zu verbinden und Gemeinschaft zu entstehen lassen. Innere Bilder und karmische Imaginationen lassen sich also mit einem auserwählten Erinnerungsmotiv zusammenbringen, indem wir ihn gemäß der sogenannten 4-tägige Karmaübung von Steiner (Vortrag vom 9. Mai 1924 in Dornach) verfolgen und geduldig abwarten. Im inneren Prozess des zeitlichen Entwicklungsgangs, der mit geistigen Gesetzen übereinstimmt, offenbart sich bei geduldigem Üben immer etwas. Ich stellte außerdem fest, dass es nach adäquaten seelischen und ethischen Vorbereitungen möglich sei, karmische Einsicht durch Geist-Erleben und höhere Erkenntnis auch geradewegs in einem meditativen Zugang zu erreichen.Zu diesen fünf Referenten, die jeder eine Arbeitsgruppe in drei Übungssequenzen leiteten, stellte Christoph von Keyserlingk sein Beitrag hinzu: „Zur Praxis der Reinkarnationstherapie“. Im Plenum betonte Christoph, dass die bekanntlich positiven Heilungserfolge der Reinkarnationstherapie auch erfolgen, wenn der Therapeut und sein Klient den karmischen Bildern offen gegenüberstehen, ohne sie als „wahre“ karmischen Ergebnisse festzulegen. Im abschließenden Plenum berichteten einige Teilnehmer von tiefgreifenden inneren Erlebnissen und Ergebnissen, die sie in den Arbeitsgruppen bekamen. Ein mehrerer Minuten andauerndes Schweigen, wo keiner das Wort ergriff, bestätigte den bewegenden Ernst und die stille Freude, denen solches Geist-Erleben begleiten. Statt zu versuchen, das Erlebte mit unpassenden Begriffen zu formulieren, wartet man nach solchen intimen Erlebnissen eher mit seinem Bericht, bis etwas im Herzen gereift hat, kommentierte eine Teilnehmerin danach.
Gefolgt von danksagenden Worten eines Teilnehmers und vom begeisterten Applaus der Anwesenden kündete Michael (Schmock) abschließend an, dass Vorbereitungen im Gang sind, einen kommenden Forschungs- und Übungstag in NRW mit dem Thema „Das Karma des Berufs“ für 2010 zu komponieren. Auch der Wunsch an eine darauf folgende Karmakonferenz auf Bundesebene lag in der Luft, als die zufriedenen Arrangeure, Dozenten, Teilnehmer und die Journalisten u. a. des NNA und der Dornacher Wochenschrift die Blote-Vogel-Schule verließen. Ich fragte mich, ob die Tonangebenden der AGiD, der AAG und der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum diese neue und zukunftsweisende Welle der Karmapraxis in der anthroposophischen Bewegung hilfsbereit unterstützen wollen – ähnlich wie es die damaligen Vorstände der internationalen Goetheanum-Konferenz im Jahre 1997 in Berlin austrugen?
Rückblickend können diese und die anderen zwei Karmakonferenzen, die vor dem Millenniumswechsel im Forum 3 in Stuttgart unter Leitung von u. a. Nothart Rohlfs veranstaltet wurden, als epochaler Anregung für Reinkarnationstherapie, Karmaarbeit, Karmapraxis und Karmaforschung gesehen werden. Seelisch und geistig gestärkt durch die Karmaidee und durch das Karmaverständnis, die beide kulturschaffend sind, würden wir mit solchen Bemühungen, für welche die in absehbarer Zeit zählenden 1 Million Unterzeichner der ELIANT-Aktion sich einsetzen, nicht nur in Brüssel sondern auch in Dornach und anderswo etwas mehr erreichen. Wenn ich die Gemeinschaft dieser vielen Unterzeichner der anthroposophischen Sache als eine anthroposophische Gesellschaft denke, dann lebt darin eine immense Kraft der Heilung und des Ordnens von Karma.
Dem schlichten Tagungsort ergänzte in unverwechselbarer Art das Georg Hotel in Witten-Annen. Mein grünes Zimmer hatte runde Formen wie andere in diesem Designhotel, wo die Ausstattung, die Naturholzmöbel, die Größe und die lasierten Farben individuell ausgearbeitet sind. Im blau-gelben, heiteren Ambiente des sogenannten Brunnenraums nahmen wir Referenten und einige der angereisten Teilnehmer das Frühstück ein. Dort konnten wir uns vor und nach dem Einsatz entspannen und Motive der sehr fruchtbaren, anderthalben Forschungs- und Übungstage in intimeren Gesprächen vertiefen.
Für Immo Lünzer, Gründungsmitglied des Archivs Ökologische Agrarkultur, war das bunte Treffen „eindrucksvoll“. Er ist ein antreibender Anthroposoph, der sich sowohl ideell als auch praktisch mit dem Karmathema beschäftigt. In seinem Institut für Karma & Reinkarnation – inkare – erforscht Immo zeitgemäßes Schicksalslernen und praktische Karmaarbeit. Ansonsten hat sein Institut diese Tagung durch seinen Stiftungsfonds „Karma-Kultur“ finanziell unterstützt. Immo setzt sich auch für die Bildung von Netzwerken für den Erkenntnis- und Erfahrungsaustausch ein – also für das, was Rudolf Steiner vor 85 Jahren sich von den Anthroposophen erhoffte. ■ Der Bericht wurde von Themen der Zeit und von anthromedia übernommen.
Große Illustration: Das Büroklammermonument (Bindersmonumentet) von 1989 außerhalb der früheren BI-Gebäude bei Sandvika, Oslo; derzeit demontiert. Die Büroklammer als kleiner Gebrauchsgegenstand hat viele Väter und ist vielfältig nutzbar. Das kaiserlich-deutsche Patent erhielt der Norweger Johan Vaaler im Jahr 1899. Während der deutschen Okkupation war die Büroklammer (norw. binders) ein Symbol im Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Quelle: geschichte-skandinavien.suite101.de Foto: GNU FDL (cc) Lars Roede. Quelle: Wikipedia
Freelancer - 10. Nov, 17:02

